Laufschuhe gegen Lernstress

Laufschuhe gegen Lernstress

„Es ist schon nach 20 Uhr“… „ich habe doch gerade gegessen“… „in einer Stunde beginnt ja schon das Online-Tutorium“…
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber in etwa so lauten meine Standard-Ausreden, die dafür sorgen, dass meine Laufschuhe aktuell eine gleichmäßige Staubschicht schmückt und ich in kürzester Zeit die dritte Staffel meiner neuen Netflix Serie erreicht habe.
Dabei sagt diese immer lauter werdende Stimme in meinem Hinterkopf, dass ich joggen gehen sollte, denn Sport ist wichtig und gut für mich – und kann einen Ausgleich zu meinen oft stressigen Alltag darstellen. Aber stimmt das eigentlich?

Was mich stresst

Laufen gegen Lernstress
„Ob“ jemand gestresst ist, ist für mein Gefühl heutzutage gar keine Frage mehr. Bei mir persönlich ist es die Kombination aus Arbeit und dem nebenherlaufenden Fernstudium, die meinen Stresspegel zu den Klausurphasen am deutlichsten anhebt. Zusätzlich noch meine Musik, mein Privatleben und dieses Fass ohne Boden namens Haushalt unter einen Hut zu bekommen ist nicht leicht, aber machbar. In der Regel habe ich einen Tag in der Woche von der Arbeit frei, an dem ich lernen, mich auf Klausuren vorbereiten und meine Hausarbeiten schreiben kann. Immer klappt das nicht, aber auch wenn ich es an diesem Tag nur schaffe, die Wohnung in Ordnung zu bringen und den Wocheneinkauf zu erledigen, fühle ich mich schon gut und kann an den darauffolgenden Tagen ein paar Abendstunden konzentriert für das Studium opfern.

Prioritäten überdenken

Alles in allem ist mein Zeitmanagement gut, jedoch vernachlässige ich momentan diese eine Sache: Sport. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Zum einen sind es Prioritäten, die ich setze, zum anderen sind es zusätzliche Termine beim Arzt, beim Amt, den Eltern oder Geburtstage, die mir die freie Zeit für eine Runde Joggen kürzen. Und dann ist da noch dieser berühmte Schweinehund, der mir sagt „Dein Tag war schon so anstrengend, gönn´ dir eine Pause“.
Doch vielleicht liegt genau da der Fehler: Im sporadisch auftretenden Fall, dass ich meine Laufschuhe doch entstaube und mich im Park ein weniger auspowere, fühle ich mich danach besser und auch ein wenig ausgeglichener. Allerdings hält sich meine Motivation für regelmäßiges Joggen in Grenzen. Sollte Sport nicht eine höhere Gewichtung in meinen Prioritäten haben, da er einen Entspannungseffekt erreichen kann? Würde ich mich besser fühlen und könnte effektiver lernen, wenn ich mehrmals in der Woche laufen gehen würde? Oder Kraft- anstelle von Ausdauersport machen würde? Vielleicht ist auch Yoga eine gute Alternative zum Alltagswahn?

Erholung braucht ZeitTenniss gegen Lernstress

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gerade für Sportarten, denen ein Entspannungscharakter explizit nachgesagt wird, wie Yoga, Thai Chi oder Pilates muss ausreichend Zeit eingeplant werden. Denn wenn der Tag anstrengend war, sich Deadlines überschlagen, die Hausarbeit nicht voran geht oder mal wieder eine Klausur plötzlich vor der Haustüre steht, braucht es eine Weile, bis die Stressgedanken an den Rand gedrängt werden können, die Muskeln sich entspannen und der Atem sich verlangsamt.
Beim Ausdauersport, wie Joggen oder Radfahren ist der Zeitfaktor ähnlich: nicht nur um überhaupt die eigene Ausdauer verbessern zu können, sondern auch um den „Kopf freizulaufen“, wie man so schön sagt, sollten die Strecken entsprechend lang sein, die Strecke möglichst draußen und ruhig gelegen sein.
Kraftsport ist da anders. Kurze Intervalle im Gewichtheben oder den Eigengewichtübungen, Tauziehen, Ringen oder Boxen erreichen meist keine Kontinuität und bieten immer wieder kurze Pausen für Gespräche mit dem Trainingspartner oder für Gedanken zu den Erlebnissen des Tages. Kann das auch vom Alltagsstress erholen?

Was denkt ihr?

Ich würde mich an dieser Stelle freuen, wenn ihr mir eure Meinung zum Thema „Sport als Ausgleich zum Fernstudium-Stress“ mitteilt. Was sind überhaupt eure größten Stressfaktoren? Haltet ihr Sport für eine gute Möglichkeit, den Kopf vom Lernstress frei zu bekommen? Wenn ja, wie oft trainiert ihr und wählt ihr – wie ich – Ausdauersportarten?
Tragt eure Gedanken zu Stress und Sport hier in meine Umfrage ein. Die Ergebnisse werde ich in meiner nächsten Hausarbeit festhalten. Ich danke euch schon mal für eure Zeit und das Feedback.

Wer sich im Anschluss für die Studienergebnisse interessiert, kann mich gerne über das Kontaktformular auf diesem Blog erreichen.

 

Dies ist ein Gastbeitrag von Julia Severins. Sie studiert Kommunikation und Medien an der Fernhochschule IST Düsseldorf und hat diesen Beitrag im Rahmen ihrer Hausarbeit für fernstudium-blog geschrieben.

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