Tipps zum effizienten Lernen

Tipps zum effizienten Lernen, Gastbeitrag

Lernen im Fernstudium bringt so manch ehemaligen Schüler an seine Grenzen. Warum ist das so? Beim Fernstudium fällt eine entscheidende Quelle der Wissensaufnahme weg: das Hören.
Wir haben damals und auch heute in der Universität verschiedene Kanäle, über die wir neues Wissen aufnehmen: durch das Lesen, Hören, und Sprechen. Dank neuer Medien variieren die Darbietungsformen für die Optik zusätzlich. Auch wenn YouTube und Co sowie aufgezeichnete Vorlesungen anderer Unis gute Ergänzungen sind, ersetzten sie nicht Deine Eigenleistung für die Klausur. In diesem Beitrag gebe ich dir einige Lerntipps, die mir bei meinem Fernstudium sehr geholfen haben!

Als Fernstudent, zumindest ging es mir zu Beginn so, fehlten mir zwei Dinge: Kommilitonen zum Austausch von Lernstoff, sowie gemeinsame Diskussionen und Quellen zum Hören.

Wieso also nicht einfach eigene Lernquellen erstellen?

1. Aufnahme: Nimm Dir Dein Skript und lese Dir die Lektionen vor. Diese Aufnahmen kannst Du Dir später auch bei Prüfungsvorbereitungen immer wieder anhören. Das ist effektiv und zeitsparend. Für Eilige: Fragen und korrekte Antworten aufnehmen, so prägt sich die Kausalkette ein und ist schnell abrufbar.

2. Erstelle Dir Lückentexte! Besonders für Fächer, in denen Fakten gefragt sind, ist das sinnig. Fasse die Kapitel zusammen und substituiere die zu lernenden Fachtermini und Zusammenhänge durch eine Lücke, die Du später selber ausfüllst.
Idealerweise suchst du dann noch auf dem Onlinecampus nach Kommilitonen, mit denen Du eine Lerngruppe bilden und Lückentexte austauschen kannst. Kannst Du die Lückentexte von anderen fehlerfrei beantworten, weißt Du, dass Du einen Lernerfolg hast.

3. Struktur-Lege-Liste: Die Idee dahinter ist ähnlich wie beim Lückentext. Diese Art zu Lernen funktioniert bei Modellen für geisteswissenschaftliche Fächer besonders gut. Du malst das Modell komplett auf, aber einfarbig. Alternativ schreibst Du alle Begriffe in Sinngruppen auf. Dann schneidest Du alle Begriffe einzeln aus und hast nun ein Puzzle, dass Du wieder zusammenlegen musst. Durch die motorische Arbeit prägt sich das Bild des fertigen Modells noch einmal in neuem Zusammenhang ein. Ich habe die Begriffe auch oft direkt auf Papierschnipsel geschrieben, das funktioniert ebenfalls!

Den Lernstoff immer im Blick

Die folgenden Tipps polarisieren. Einige Studenten möchten in Ihrem Wohnbereich nichts von der Uni hören, andere hingegen lernen sogar im Bett.

Ich habe folgendes erfolgreich getan: Um für Jura zu büffeln, kaufte ich mir DIN A3 Blöcke und fasste pro Blatt jedes Kapitel des Lernstoff im BlickSkripts, Lehrbuchs und sonstiger Quellen als Schaubild in Farbe zusammen und habe diese dann in der Wohnung verteilt. Das hatte gleich drei Vorteile:

1. Ein eigenes Nachschlagewerk entstand
2. Ich konnte im Gesamtkontext lernen
3. Die Schaubilder prägten sich mir im Vorbeigehen fotografisch ein, so dass ich bei kleinen Unsicherheiten in der Klausur gedanklich durch meine Wohnung schlich und „nachsehen“ konnte, wo etwas stand.

Ähnlich funktioniert das Ganze auch mit Post Its. Wenn Du zum Beispiel Jahreszahlen für Geschichte lernen musst oder Eigenschaften von Elementen für Chemie, spiele Dein eigenes Ratespiel, indem Du klebende Karteikarten erstellst und in der Wohnung verteilst. Triffst Du auf eine, dann einfach die Lösung laut vorsagen und auf Richtigkeit prüfen. Gewusst? Dann kommt das Post It zu dem gelernten Stapel Karten. Nicht gewusst: Kleben lassen bis zum nächsten mal. Versprochen, Dein Kopf verknüpft das Wissen schnell mit dem Ort!

Laut lernen als Fernstudent

Im einsamen Kämmerlein darf es auch laut sein! Du bist schließlich zu Hause und nicht in der Bibliothek. Du darfst laut sprechen und laut vorlesen. Mir ging es anfangs so, dass ich still vor mich hin gelernt habe und dementsprechend den Lernstoff auch nur leise lesend wiederholt habe.

Das bringt nichts. Denn wie oben schon erwähnt sind alle drei Aufnahmekanäle zusammen für erfolgreiches Lernen verantwortlich. Zum Hören habe ich Dir Tipps gegeben. Sprechen ist ebenfalls ein Muss! Denn: Hören und Sprechen verarbeiten wir zusammen im Broca-Areal im Gehirn. Auch hierzu habe ich einige konkrete Tipps für Dich:

1. Versuche, mit Deinen Kommilitonen auch per Videochat in Kontakt zu treten.
2. Erzähle Partner, Freunden, Familie oder dem Haustier Dein neues Wissen.
3. Bereite für jedes Kapitel fiktive Referate vor.
4. Lese Dir Deine Skripte laut vor. (Tatsächlich kann man auch still laut lesen. Probiere es aus! Ich bin dabei viel konzentrierter und empfänglicher für Details.)

Zusammenhänge herstellen

Kapitel für Kapitel isoliert zu lernen wird nicht funktionieren. Es ist viel effektiver, Zusammenhänge zwischen einzelnen Themenbereichen herzustellen.

ABC-Listen anfertigen oder Assoziationsketten bauen
Erstere eigenen sich für naturwissenschaftliche Fächer besonders gut: Zu einem Oberbegriff wie Strom schreibst Du pro Buchstaben im Alphabet ein passendes Wort auf. Damit schulst Du, in Zusammenhängen zu denken und Dir Antworten herzuleiten. Und: Geht super in Café, Zug und Bus!

Assoziationsketten hingegen sind für Geisteswissenschaften hervorragend: Schreibe ein Thema in die Mitte, zum Beispiel „Lehrmittelfreiheit“ und lasse Deinen Gedanken freien Lauf. Male um jeden Begriff einen Kreis. Möchtest Du dies in Argumente aufsplitten, nutze rechts für pro und links für kontra.

Kausalketten
Einmal den Lernstoff angeschaut und gedacht: das kapiere ich nie? Falsch. Mache auch hieraus ein Spiel. Die Zusammenhänge, zum Beispiel in der VWL, lernst Du am besten, wenn Du Kausalketten erstellst. Lasse überflüssige Wörter weg und agiere mit Pfeilen; nach oben heißt Zunahme, nach unten Abnahme, Additionszeichen und andere mathematische Zeichen nutzt Du als Konjunktion, bis nach einem Gleichheitszeichen das Ergebnis folgt. Fange später mit einem beliebigen Begriff an und überlege Dir ein Szenario, zu dem Du die entsprechende Wirkungskette aufschreibst oder nur denkst. So lernst Du nicht einseitig und bist bestens auf die Klausur vorbereitet.
Die Technik funktioniert mit mehr Wortgebrauch natürlich auch für Fächer wie BWL. Wiederhole Planspiele so oft wie möglich und baue Dir ein eigenes. Gründe Deine imaginäre Firma!

Viel Spaß beim Ausprobieren und ganz viel Erfolg mit meinen erprobten Tipps aus Präsenz- und Fernstudium!

 

Dies ist ein Gastbeitrag von Lerntippsammlung.de

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